Ein neues Aquarium einrichten

 

 

  • Schönheit
  • praktische Handhabung
  • gesunder, artgerechter Lebensraum für Pflanzen und Fische

Dies sind die Gesichtspunkte, unter denen Sie die „Innenarchitektur“ Ihres Aquariums gestalten sollten. Wenn diese drei Voraussetzungen stimmen, werden Sie sehr lange viel Freude haben.

 

Schritt 1: Aquarium reinigen

Säubern Sie das Glas gründlich mit warmem Wasser und einem sauberen, weichen Schwamm. Chemische (auch biologische) Reinigungsmittel sind streng tabu!

 

Wenn sie eine Rückwand einkleben oder außen eine Rückwandfolie befestigen wollen wäre dies Ihr nächster Schritt.

Schritt 2: Der Bodengrund

 

Die Pflanzen brauchen den richtigen Boden zur Wurzelbildung und Nahrungsaufnahme. Auch verschiedene Fischarten „gründeln“ gern und suchen den Boden nach Nahrung und Algen ab. Gewöhnlich eignet sich am besten Kies mittlerer Körnung (2 – 3 mm). Feinere Körnung oder Sand brauchen nur bestimmte Tiere. Bei zu großer Körnung dagegen verlieren sich oft Futterreste zwischen den Steinen, werden dort von den Fischen nicht erreicht und faulen.


Achten Sie auf rund geschliffene Kiesel, damit sich die Fische nicht verletzen. Wählen Sie eine natürliche, nicht zu helle Färbung (Viele Fische fühlen sich bei hellem Boden und reflektierendem Licht nicht wohl).

Waschen Sie den Kies gründlich mit warmem Wasser. Legen Sie zuunterst eine Schicht Depotdünger in Ihr Aquarium. Mischen Sie eine erste Kieslage – ca. 2 cm – mit Bodengrunddünger und verteilen Sie diese darüber. Als dritte Schicht folgt reiner Kies – ca. 3 bis 6 cm. Der Bodengrund sollte nach hinten immer leicht ansteigen, damit sich Schmutz vorne besser sammelt und leicht entfernt werden kann.

 

Für ein kleines Aquarium z.B. 60x30x30cm werden ca. 15kg Kies und je nach Depotdünger etwa 2,5l Bodengrund benötigt.

 

 

Schritt 3: Die Technik

 

 

Welche Technik Sie einsetzen sollten, hängt von der Größe Ihres Aquariums, von der Einrichtung, vom Fischbesatz und Ihren Ansprüchen ab.


Sie brauchen als Grundlage in jedem Fall:

  • Eine gute Beleuchtung
  • Heizer & Thermometer
  • Effektiven Filter
  • Zeitschaltuhr

Verbauen Sie zuerst die innere Technik. Also suchen Sie sich aus, in welcher Ecke der Filter angebracht werden soll. Mit diesem Schritt bestimmen Sie auch in welche Richtung die Strömung später fließen soll. 

 

Der Heizstab sollte in der Strömung stehen, damit sich die Wärme gleichmäßig im Becken verteilen kann. Bringen Sie das Thermometer dort an, wo Sie es gut sehen können, da Sie regelmäßig die Themperatur kontrollieren sollten. Es gibt auch Heizer, welche zugleich eine digitale Wärmeanzeige besitzen. Diese "zwei in eins" Produkte sind sehr praktisch, denn an ihnen kann man die Themperatur einfach und sehrgenau einstellen.

 

Die Zeitschaltuhr benötigen Sie für das Licht. Stellen Sie diese so ein, dass das Licht 8-12 Std. täglich brennt. Hierbei empfiehlt es sich eine "Mittagspause" einzuplanen, um Algenwachstum vorzubeugen. Diese Zeit ist in die Beleuchtungszeit mit einzurechnen. Also z.B. 8:00 Uhr "Licht an" 12:00-14:00 Uhr Pause und 20:00 Uhr "Licht aus". Dank einer Zeitschaltuhr haben Fische einen geregelten Tagesablauf, denn für sie geht die Sonne dann auf, wenn das Licht angeht. Somit entsteht keine Verwirrung für die Fische wenn Sie einmal Sonntags ausschlafen möchten oder erst sehr spät nach Hause kommen.

 

Das Licht (meist in Form einer oder mehrerer Leuchtstoffröhren) befindet sich im Deckel des Aquariums. Drehen sie die Röhre einfach in die Fassung hinein und stecken Sie den Stecker bei ihrer Zeitschaltuhr an.

 

Wichtig!!! Strom erst einstecken wenn Wasser im Aquarium ist sonst können Teile kaputt gehen.

 

Schritt 4: Dekorieren

 

Legen Sie nun fest, wo sich die "toten" Dekomaterialien befinden sollen.

Wurzeln, Steine (Felsen) oder Steinholz machen die Unterwasserlandschaft interessant und dienen den Fischen als Versteck oder Reviermarkierung. Setzen Sie aber nicht zu viel davon ein, damit den Pflanzen und Fischen genug Platz zum leben bleibt.

 

 

Reinigen Sie das Dekorationsmaterial gründlich mit einer Bürste unter fließendem Wasser (evtl. auskochen). Nehmen Sie nur Steine, die keine Stoffe ans Wasser abgeben, keinen Kalk enthalten und keine metallischen Einschlüsse haben. Vermeiden Sie auch Korallen, Marmor oder Meeresmuscheln. Bitte verwenden Sie ausschließlich Dekomaterial aus dem Zoofachhandel. Gut geeignet sind z. B. Lava- und Schiefergestein. Ebenso können Sie Steinholz verwenden. Bevor Sie mit anderen Hölzern bzw. Wurzeln (z. B. Moorkienwurzeln) dekorieren, lassen Sie sich bitte von Ihrem Aquaristik-Fachhändler beraten.

 

Schritt 5: Der erste Tropfen Wasser

 

 

Damit der Boden beschwert und durchweicht wird, füllen Sie ihr Aquarium bis etwa ein Drittel mit mit handwarmen Wasser. (Leitungswasser, ca. 24 °C) Vorsichtig – am besten über den Rand einer Schale oder eines Tellers plätschern lassen, damit der Boden nicht aufgewühlt wird.

 

Schritt 6: Bepflanzung



Denken Sie daran, wie hoch Ihre gekauften Pflanzen noch wachsen.

• Setzen Sie große Pflanzen nach hinten, kleinere nach vorn.
• Entfernen Sie vorsichtig alle (Blei-)Bänder, Plastiktöpfe, Steinwolle usw.
• Schneiden Sie abgestorbene Blätter und Stängelteile ab.
• Kürzen Sie die Wurzeln auf etwa 1,5cm
• Drücken Sie die Stängel und Wurzeln z. B. mit einer Pflanzpinzette senkrecht in
den Boden und ziehen Sie sie anschließend wieder bis zum Wurzelhals hoch.

Schritt 7: Auffüllen und starten

Füllen Sie das Aquarium weiter auf:


• handwarmes Leitungswasser (ca. 24-25 °C),
• bis knapp (ca. 2-3 cm) zum oberen Beckenrand,
• Wasseraufbereiter zugeben, um die optimale Wasserqualität für Ihre Fische zu erreichen.

 


Damit die Pflanzen aktiv werden und sich Bakterienkulturen ansiedeln können, nehmen Sie Ihr Aquarium nun in Betrieb, d.h.:


• Licht einschalten und Zeitschaltuhr auf 8 bis 12 Stunden Beleuchtung

   programmieren,
• Filter im Dauerbetrieb (Tag und Nacht) laufen lassen,
• Reglerheizer auf ca. 25 °C stellen.

Schritt 8: Warten

Bevor Sie die ersten Fische einsetzen können, muss sich das ökologische Gleichgewicht in Ihrem Aquarium erst einpendeln. Die „Einfahrphase“ dauert etwa vier Wochen.

 

In dieser Zeit bauen sich Schadstoffe auf und wieder ab, welche für Ihre Pflanzen absolut ungiftig sind. Dieser Prozess ist jedoch für die Fische sehr gefährlich (meist tödlich), daher sollte man sich einfach die Zeit nehmen.


Kontrollieren Sie gelegentlich auch die Wassertemperatur; sie sollte für die meisten Zierfische zwischen 24 und 25 °C liegen. In puncto Düngung, Präparate, Dosierung und Wassertests fragen Sie bitte Ihren Aquaristik-Fachhändler.

ACHTUNG!
In der Einfahrphase muss das Aquarium die ganze Zeit in Betrieb bleiben
(Licht 8 bis 12 Stunden, Heizer und Filtersystem im Dauerbetrieb)